Fokussierter Ultraschall

Ein Eingriff ohne Schnitt, der vor allem den Tremor deutlich lindern kann. Ein Überblick.

Stand: Oktober 2026

Was ist das?

Beim MRT-gesteuerten fokussierten Ultraschall (MRgFUS) werden Ultraschallwellen ohne Hautschnitt und ohne Narkose auf einen wenige Millimeter großen Punkt im Gehirn gebündelt. Die entstehende Wärme schaltet dort krankhaft aktive Nervenzellen dauerhaft aus. Es ist ein neurochirurgischer Eingriff und keine sanfte Methode.

Bei welchen Beschwerden?

Entscheidend ist der Zielpunkt im Gehirn:

Behandelt wird meist nur eine Körperseite. Bei Parkinson kann die Wirkung über die Jahre wieder nachlassen, weil die Krankheit fortschreitet.

Sicherheit

Im Vergleich zur Tiefen Hirnstimulation gibt es keinen Schnitt und kein Implantat. Schwere bleibende Komplikationen sind selten (1 bis 2 Prozent). Häufig sind vorübergehende Taubheitsgefühle, Gang- und Gleichgewichtsstörungen oder leichte Sprachprobleme, die meist innerhalb von Wochen bis Monaten abklingen.

Zentren in Deutschland

Erfahrene Zentren sind unter anderem das UKSH Kiel (größte Fallzahl, forscht auch zur Behandlung von Verlangsamung und Steifigkeit), das Universitätsklinikum Bonn (seit 2018), die Paracelsus-Elena-Klinik Kassel, das Universitätsklinikum Freiburg und seit 2026 Sana Duisburg.

Kosten

Eine einseitige Behandlung kostet meist 15.000 bis 25.000 Euro. Beim essentiellen Tremor übernehmen die Kassen häufig die Kosten, bei Parkinson wird im Einzelfall entschieden. Vorher immer einen Kostenvoranschlag und einen Antrag bei der Kasse einreichen.

Meine Einschätzung

Ich habe keinen fokussierten Ultraschall machen lassen, für mich kommt er derzeit nicht in Frage. Für Menschen mit starkem, einseitigem Tremor ist es aber eine wichtige Möglichkeit, die man kennen sollte.