Alpha-Liponsäure
Ein körpereigenes Antioxidans für die Zellkraftwerke. Ich nehme sie seit Jahren immer wieder, zurzeit rund 300 mg am Tag.
Stand: Oktober 2026

Was ist das?
Alpha-Liponsäure, auch Thioctsäure genannt, bildet der Körper selbst in kleinen Mengen. Sie hilft den Mitochondrien, aus der Nahrung Energie zu gewinnen, und ist ein starkes Antioxidans, das sowohl in wässriger als auch in fettiger Umgebung wirkt.
In Deutschland ist Alpha-Liponsäure als Arzneimittel gegen Nervenschäden bei Diabetes zugelassen, meist mit 600 mg am Tag. Als Nahrungsergänzung gibt es die übliche Mischform und die R-Form, die der Körper selbst bildet. Dass die R-Form beim Menschen besser wirkt, ist nicht belegt.
Was sagt die Forschung?
- Tierversuch, April 2025: Bei Mäusen und Nervenzellen, die mit dem Nervengift 6-OHDA geschädigt wurden, bremste Alpha-Liponsäure einen Entzündungskomplex im Gehirn (das NLRP3-Inflammasom) und damit eine entzündliche Form des Zelltods, die Pyroptose. Gesteuert wird das über das Eiweiß S100A9. Die Parkinson-Symptome der Mäuse wurden besser, die Dopamin-Nervenzellen blieben eher erhalten (International Immunopharmacology).
- Tierversuch, Oktober 2025: Bei Mäusen mit dem Nervengift MPTP verhinderte Alpha-Liponsäure in den Dopamin-Nervenzellen die Ferroptose, einen Zelltod, der durch Eisen ausgelöst wird. Bewegung und Gedächtnis der Tiere verbesserten sich. Der Schutz lief über den Signalweg Nrf2, der die körpereigene Abwehr gegen oxidativen Stress steuert (Neuroscience Letters).
- Tierversuch, März 2026: Bei Ratten mit Rotenon-Schäden linderten Natrium-R-Liponat, eine besonders stabile Form der R-Liponsäure, und der Pflanzenstoff Isoquercitrin die Entzündung im Gehirn und die Bewegungsstörungen. Der Dopaminspiegel stieg wieder an (Neurochemical Research).
- Weitere Laborstudien: Schon früher zeigte Alpha-Liponsäure in Parkinson-Modellen weniger oxidativen Stress, eine bessere Funktion der Mitochondrien und weniger krankhafte Eisenablagerungen. Zellversuche von 2026 bestätigen den Schutz der Nervenzellen.
- Menschen: Studien mit Parkinson-Patienten gibt es bisher nicht, und bei ClinicalTrials.gov ist auch keine eingetragen (Stand Oktober 2026).
Nebenwirkungen und Vorsicht
Möglich sind Übelkeit, Sodbrennen und Kopfschmerzen. Alpha-Liponsäure kann den Blutzucker senken, deshalb ist bei Diabetes-Medikamenten Vorsicht geboten. Sehr selten löst sie eine Autoimmunreaktion gegen das eigene Insulin aus, mit schweren Unterzuckerungen. Das betrifft vor allem Menschen mit einer bestimmten Erbanlage, die in Ostasien häufiger ist. Aufgenommen wird sie am besten auf nüchternen Magen.
Meine Erfahrung
Alpha-Liponsäure nehme ich seit einigen Jahren immer wieder, mit längeren Pausen dazwischen. Seit ein paar Monaten nehme ich wieder rund 300 mg am Tag. Eine Wirkung habe ich bisher nicht gespürt. Ein Schutz der Nervenzellen wäre allerdings ohnehin nicht direkt zu spüren.
Mein Fazit
Die Laborergebnisse zu Entzündung, Eisen und Mitochondrien sind ermutigend. Bei Menschen mit Parkinson ist eine Wirkung aber nicht bewiesen. Für mich bleibt Alpha-Liponsäure ein gut bekannter Baustein, den ich phasenweise nehme.