N-Acetylcystein (NAC)
Ein Baustein für das Schutzmittel Glutathion. Ich teste es ab Oktober 2026.
Stand: Oktober 2026

Was ist das?
N-Acetylcystein, kurz NAC, ist eine Form der Aminosäure Cystein. Seit Jahrzehnten wird es als Hustenlöser verwendet und in der Klinik als Gegenmittel bei einer Überdosis Paracetamol. Für Parkinson ist NAC interessant, weil der Körper daraus Glutathion bildet, sein wichtigstes eigenes Schutzmittel gegen oxidativen Stress. Bei Parkinson ist der Glutathion-Spiegel in der Substantia nigra, dem Bereich mit den Dopamin-Nervenzellen, schon früh deutlich vermindert.
Was sagt die Forschung?
Frühere kleine Studien der Thomas Jefferson University in Philadelphia hatten gezeigt, dass NAC den Glutathion-Spiegel im Gehirn erhöht. 2026 sind zwei neue Studien erschienen:
- Februar 2026, Thomas Jefferson University: Das Team um Dr. Daniel Monti und Dr. Andrew Newberg teilte 44 Patienten per Los in zwei Gruppen. Die eine bekam sechs Monate lang einmal pro Woche NAC als Infusion (50 mg pro Kilogramm Körpergewicht) und zusätzlich zweimal täglich 500 mg als Kapsel. Im MRT verbesserte sich die Vernetzung der Dopamin-Areale mit anderen Teilen des Gehirns, und der UPDRS-Wert wurde um etwa 20 Prozent besser. Die Vergleichsgruppe bekam nur ihre normale Behandlung, ein Placebo gab es nicht, und alle wussten, wer NAC erhielt (Jefferson Health).
- September 2026, Pilotstudie mit Placebo: 42 Patienten bekamen ein Jahr lang zweimal täglich 600 mg NAC oder ein Placebo, zusätzlich zu ihrer normalen Behandlung. 32 schlossen die Studie ab. Der UPDRS-Wert stieg mit NAC um 5,4 Punkte, mit Placebo um 9,5 Punkte. Im Dopamin-Scan ging die Bindung mit NAC weniger zurück, auch die Stimmung entwickelte sich besser. Bei denen, die die Studie abgeschlossen haben, blieben Leber- und Nierenwerte stabil. Nebenwirkungen wurden allerdings nicht genau erfasst. Die Autoren betonen, dass die Ergebnisse vorläufig sind und in einer größeren Studie bestätigt werden müssen (Metabolic Brain Disease).
Auch in der jährlichen Übersicht aller Parkinson-Studien steht NAC bei den Wirkstoffen in Phase 2, die den Verlauf bremsen sollen (siehe Studienübersicht). Ein Beweis, dass NAC den Verlauf verlangsamt, steht noch aus. Die Richtung der bisherigen Ergebnisse finde ich aber ermutigend.
Meine Erfahrung
Seit Oktober 2026 teste ich NAC, zunächst für ein halbes Jahr. Wer NAC nimmt, sollte darauf achten, wie viel Selen ein Präparat zusätzlich enthält, wenn er auch sonst Selen nimmt (siehe Nahrungsergänzungen). Meine Erfahrungen trage ich hier nach.
Sicherheit
- NAC gilt als gut verträglich. Möglich sind Magen-Darm-Beschwerden, selten allergische Reaktionen. Die Kapseln riechen leicht nach Schwefel, das ist normal.
- Nicht zusammen mit Nitroglycerin (Nitro-Spray gegen Herzschmerzen): Blutdruckabfall und Kopfschmerzen sind möglich.
- Antibiotika zum Einnehmen und Aktivkohle mit mindestens zwei Stunden Abstand nehmen.
- Vorsicht bei Asthma.
- Wer andere Medikamente nimmt, sollte vorher mit dem Arzt sprechen.
Aufwand und Kosten
NAC ist günstig. In der Apotheke bekommt man es als Hustenlöser mit 600 mg, meist als Brausetabletten. Kleine Packungen sind frei verkäuflich, die großen Packungen mit 100 Stück nur auf Rezept. Als Nahrungsergänzung gibt es NAC in Kapseln mit 600 oder 800 mg, eine Packung reicht je nach Größe für mehrere Monate und kostet etwa 20 bis 35 Euro.
Mein Fazit
NAC ist für mich ein gut verträglicher und günstiger Baustein, der genau dort ansetzt, wo bei Parkinson ein Mangel besteht: beim Schutz der Nervenzellen vor oxidativem Stress. Deshalb probiere ich es aus.