Ginkgo biloba
Der Spezialextrakt aus Ginkgoblättern zeigte 2026 erste Hinweise bei Parkinson. Ich habe Ginkgo über Jahre immer wieder genommen.
Stand: Oktober 2026

Was ist das?
Ginkgo-Präparate werden aus den Blättern des Ginkgobaums gewonnen. Sie enthalten Flavonoide und die Terpenlactone Ginkgolide und Bilobalid. Am besten untersucht ist der Spezialextrakt EGb 761. Er ist in Deutschland als Arzneimittel bei Gedächtnisstörungen im Rahmen einer Demenz zugelassen, üblich sind 240 mg am Tag. Ginkgotee oder Blattpulver sind damit nicht vergleichbar.
Was sagt die Forschung?
- Parkinson-Patienten, Juli 2026: Forscher in Kiew gaben 17 Menschen mit Parkinson (48 bis 76 Jahre, Hoehn und Yahr 2 bis 3) zusätzlich zu ihren Parkinson-Medikamenten 30 Tage lang zweimal täglich 240 mg EGb 761, also 480 mg am Tag. Danach waren die Beweglichkeit (UPDRS Teil 3), der Alltag (UPDRS Teil 2) und zwei Gedächtnistests besser. Im Blut veränderten sich Werte, die zu einem verstärkten Abbau alter Mitochondrien passen könnten. Einige Werte für oxidativen Stress wurden allerdings ungünstiger. Vor allem gab es keine Vergleichsgruppe mit Placebo, deshalb ist das nur ein erster Hinweis (Frontiers in Aging Neuroscience).
- Placebostudie, 2023: In Teheran erhielten 63 Patienten drei Monate lang 240 mg Ginkgo-Extrakt am Tag oder ein Placebo. Mit Ginkgo besserten sich Zittern, Steifigkeit und Verlangsamung deutlich stärker, ebenso Teile des Gedächtnisses. Diese Patienten hatten allerdings einen Parkinsonismus durch Psychopharmaka, keine echte Parkinson-Krankheit (Iranian Journal of Pharmaceutical Research).
- Tierversuch, Januar 2026: Der Ginkgo-Inhaltsstoff Bilobalid aus Ginkgo-Blättertee schützte Mäuse mit dem Nervengift MPTP: weniger Bewegungsstörungen, weniger Verlust an Dopamin-Nervenzellen, gedämpfte Entzündung und eine günstiger zusammengesetzte Darmflora (Phytomedicine).
- Weitere Tierversuche: Viele Studien zeigen antioxidative, entzündungshemmende und Dopamin-schützende Wirkungen. Ob das beim Menschen die Nervenzellen erhält, ist nicht geklärt. Eine laufende Parkinson-Studie ist bei ClinicalTrials.gov nicht eingetragen (Stand Oktober 2026).
Nebenwirkungen und Vorsicht
Möglich sind Kopfschmerzen, Magenbeschwerden, Schwindel und Hautreaktionen. Ginkgo kann die Blutungsneigung erhöhen. Wer Blutverdünner wie ASS oder andere Gerinnungshemmer nimmt oder eine Operation vor sich hat, sollte die Einnahme vorher mit dem Arzt besprechen.
Meine Erfahrung
Ginkgo nehme ich schon seit etlichen Jahren immer wieder, dann wieder längere Zeit nicht. Etwas gemerkt habe ich davon nicht. Die neue Studie von 2026 hat allerdings mit 480 mg am Tag deutlich mehr verwendet als die üblichen Präparate.
Mein Fazit
Ginkgo ist einen genaueren Blick wert, weil es jetzt erste Daten von Parkinson-Patienten gibt. Bewiesen ist eine Wirkung aber nicht, und die Ergebnisse stammen von Patienten, die zusätzlich Medikamente nahmen. Ob jemand ohne Medikamente wie ich davon profitiert, weiß niemand.