Stammzellen

Meine bisher teuerste Behandlung. Eine Wirkung auf meinen Parkinson habe ich bisher nicht bemerkt.

Stand: Oktober 2026

Stammzellen

Was ist das?

Bei der Behandlung, die ich gemacht habe, werden Stammzellen aus dem eigenen Bauchfett gewonnen und im Labor vermehrt (mesenchymale Stammzellen). Sie sollen keine neuen Nervenzellen bilden, sondern über ihre Botenstoffe Entzündungen dämpfen und geschädigte Zellen schützen. Manche Anbieter geben nicht die Zellen selbst, sondern ihr Sekretom, also alle Stoffe, die die Zellen abgeben: Exosomen, Eiweiße und Botenstoffe. Die Gabe erfolgt über die Vene oder in den Rückenmarkkanal.

Etwas ganz anderes sind aus Stammzellen gezüchtete Dopamin-Nervenzellen, die direkt ins Gehirn verpflanzt werden. Mehr dazu weiter unten.

Was sagt die Forschung?

Wichtig: Stammzelltherapien bei Parkinson sind in Deutschland keine zugelassene Behandlung. Fachgesellschaften warnen weltweit vor teuren Angeboten mit unbelegter Wirkung.

Meine Erfahrung

Ich habe mich für ANOVA in Offenbach entschieden.

Eine Verbesserung meiner Symptome habe ich bis heute nicht bemerkt, eher leichte Verschlechterungen. Ob die Behandlung etwas für die Langlebigkeit bewirkt, weiß ich nicht. Vier Chargen stehen mir noch zu. Ich überlege, mir Ende 2026 oder Anfang 2027 noch zwei in den Rückenmarkkanal und zwei ins Blut geben zu lassen, entschieden ist das aber nicht.

Zwei Parkinson-Patienten, mit denen ich in Kontakt stehe, wurden im Dezember 2024 in München bei Prof. Alt behandelt, für rund 10.000 Euro. Auch bei ihnen gab es bis Januar 2026 keine Veränderung. Mich wollte Prof. Alt damals nicht behandeln, weil meine Symptome zu gering seien.

Aufwand und Kosten

Der erste Schritt kostete rund 20.000 Euro. Darin waren drei Chargen enthalten: die erste im Januar und zwei der drei Chargen im März. Ab der vierten Charge kostet jede weitere 2.250 Euro. Wenn ich alle zehn abrufe, kostet die Behandlung rund 35.750 Euro. Die Kosten trägt man selbst.

Dopamin-Zellen aus Stammzellen: die Zukunft

Ganz anders funktionieren Dopamin-Nervenvorläuferzellen, die aus Stammzellen gezüchtet und direkt ins Gehirn gespritzt werden. Im Februar 2026 hat ein Expertengremium des japanischen Gesundheitsministeriums als weltweit erstes die Vermarktung einer solchen Therapie aus iPS-Zellen gebilligt: Amchepry von Sumitomo Pharma (Kyodo News). Mehr zu diesen Ansätzen unter Mein Weg und meine Pläne.

Im Juli 2026 kam die nächste gute Nachricht aus Europa: Die Studie STEM-PD aus Lund in Schweden zeigte bei acht Patienten, dass solche Zellen aus Stammzellen sicher eingesetzt werden können. Details dazu unter Forschung 2026.

Stand Oktober 2026: Die bedingte und auf sieben Jahre befristete Zulassung von Amchepry folgte am 6. März 2026, für Patienten, bei denen Levodopa nicht mehr ausreicht. Grundlage war eine Studie mit nur sieben Patienten. Innerhalb der sieben Jahre muss die Wirksamkeit im Behandlungsalltag bestätigt werden (Sumitomo Chemical). Im Mai 2026 wurde die Erstattung durch die japanische Krankenversicherung gebilligt, bei einem Preis von rund 55 Millionen Yen pro Patient (etwa 350.000 US-Dollar). Behandlungen sollen noch 2026 beginnen (Parkinson's News Today). Die Lund-Therapie aus STEM-PD hat Novo Nordisk im Mai 2026 an die Firma Cellular Intelligence abgegeben, eine Phase-2-Studie soll Ende 2026 oder Anfang 2027 starten (Fierce Biotech). Nach einem Jahr konnten sechs von sieben Patienten ihre Dopamin-Medikamente deutlich verringern. In Südkorea meldete die Firma S.Biomedics für 12 Patienten nach zwei Jahren deutlich bessere Motorik, allerdings ohne Vergleichsgruppe (Edaily). In den USA läuft seit 2025 die entscheidende Studie zu bemdaneprocel von BlueRock mit rund 100 Patienten und Scheinoperation als Vergleich. Die Firma Aspen, die Zellen aus eigenen Hautzellen herstellt, meldete im März 2026 bei acht Patienten Verbesserungen nach einem Jahr, ebenfalls ohne Vergleichsgruppe, und plant eine Phase-3-Studie (Parkinson's News Today).

Mein Fazit

Die Stammzelltherapie war meine bisher teuerste Einzelbehandlung, und bei mir hat sie bisher nichts gebracht. Informiere dich vorher sehr genau, frage nach kontrollierten Studien und gib das Geld nur aus, wenn du es auch ohne Erfolg verschmerzen kannst.