Stammzellen
Meine bisher teuerste Behandlung. Eine Wirkung auf meinen Parkinson habe ich bisher nicht bemerkt.
Stand: Oktober 2026
Was ist das?
Bei der Behandlung, die ich gemacht habe, werden Stammzellen aus dem eigenen Bauchfett gewonnen und im Labor vermehrt (mesenchymale Stammzellen). Sie sollen keine neuen Nervenzellen bilden, sondern über ihre Botenstoffe Entzündungen dämpfen und geschädigte Zellen schützen. Manche Anbieter geben nicht die Zellen selbst, sondern ihr Sekretom, also alle Stoffe, die die Zellen abgeben: Exosomen, Eiweiße und Botenstoffe. Die Gabe erfolgt über die Vene oder in den Rückenmarkkanal.
Etwas ganz anderes sind aus Stammzellen gezüchtete Dopamin-Nervenzellen, die direkt ins Gehirn verpflanzt werden. Mehr dazu weiter unten.
Was sagt die Forschung?
- Japan und Südkorea, November 2024: Die Meldung über 136 erfolgreich behandelte Patienten beruhte auf der Auswertung einer Klinik ohne Vergleichsgruppe.
- USA, Ende 2025: Die Firma Hope Biosciences meldete eine Studie mit 60 Patienten und Placebogruppe. Nach sechs Infusionen verbesserte sich der vom Arzt bewertete UPDRS Teil III deutlich stärker als unter Placebo. Die Patienten selbst bewerteten ihre Alltagsbeweglichkeit aber nicht besser. Eine große Bestätigungsstudie steht aus.
Wichtig: Stammzelltherapien bei Parkinson sind in Deutschland keine zugelassene Behandlung. Fachgesellschaften warnen weltweit vor teuren Angeboten mit unbelegter Wirkung.
Meine Erfahrung
Ich habe mich für ANOVA in Offenbach entschieden.
- 2. Dezember 2025: Entnahme von Bauchfett. Daraus wurden zehn Chargen hergestellt.
- 12. Januar 2026: erste Charge
- 4. März 2026: drei weitere Chargen
- 29. Mai 2026: zwei Chargen in den Rückenmarkkanal. Danach hatte ich einige Tage einen starken Dauertremor in der linken Hand, der sich wieder legte.
Eine Verbesserung meiner Symptome habe ich bis heute nicht bemerkt, eher leichte Verschlechterungen. Ob die Behandlung etwas für die Langlebigkeit bewirkt, weiß ich nicht. Vier Chargen stehen mir noch zu. Ich überlege, mir Ende 2026 oder Anfang 2027 noch zwei in den Rückenmarkkanal und zwei ins Blut geben zu lassen, entschieden ist das aber nicht.
Zwei Parkinson-Patienten, mit denen ich in Kontakt stehe, wurden im Dezember 2024 in München bei Prof. Alt behandelt, für rund 10.000 Euro. Auch bei ihnen gab es bis Januar 2026 keine Veränderung. Mich wollte Prof. Alt damals nicht behandeln, weil meine Symptome zu gering seien.
Aufwand und Kosten
Der erste Schritt mit drei Chargen kostete rund 20.000 Euro, jede weitere Charge 2.250 Euro. Wenn ich alle zehn abrufe, kostet die Behandlung rund 35.750 Euro. Die Kosten trägt man selbst.
Dopamin-Zellen aus Stammzellen: die Zukunft
Ganz anders funktionieren Dopamin-Nervenvorläuferzellen, die aus Stammzellen gezüchtet und direkt ins Gehirn gespritzt werden. Im Februar 2026 hat ein Expertengremium des japanischen Gesundheitsministeriums als weltweit erstes die Vermarktung einer solchen Therapie aus iPS-Zellen gebilligt: Amchepry von Sumitomo Pharma (Kyodo News). Mehr zu diesen Ansätzen unter Mein Weg und meine Pläne.
Mein Fazit
Die Stammzelltherapie war meine bisher teuerste Einzelbehandlung, und bei mir hat sie bisher nichts gebracht. Informiere dich vorher sehr genau, frage nach kontrollierten Studien und gib das Geld nur aus, wenn du es auch ohne Erfolg verschmerzen kannst.