Alzheimer
Viele Bausteine, die ich gegen meinen Parkinson nutze, werden auch bei Alzheimer erforscht. Die TPS ist für Alzheimer sogar zugelassen.
Stand: Oktober 2026

Alzheimer ist die häufigste Form der Demenz. In Deutschland leben rund eine Million Menschen mit einer Alzheimer-Demenz. Im Gehirn lagern sich die Eiweiße Beta-Amyloid und Tau ab, Nervenzellen sterben, zuerst im Gedächtniszentrum, dem Hippocampus.
Parkinson und Alzheimer haben vieles gemeinsam: geschwächte Mitochondrien, Entzündungen im Gehirn, falsch gefaltete Eiweiße und eine gestörte Selbstreinigung der Zellen. Deshalb werden viele Methoden, die ich nutze, auch bei Alzheimer untersucht, manche sogar zuerst dort. Ich selbst habe kein Alzheimer. Hier zeige ich, wo sich meine Bausteine mit der Alzheimer-Forschung überschneiden.
Die Schulmedizin
- Antikörper gegen Amyloid: In Deutschland gibt es seit September 2025 Leqembi (Lecanemab) und seit November 2025 Kisunla (Donanemab). Sie bauen die Amyloid-Ablagerungen ab und verlangsamen die Krankheit, heilen sie aber nicht. Infrage kommen nur Menschen im frühen Stadium mit nachgewiesenem Amyloid, nach Schätzungen etwa ein Prozent der Betroffenen. Die Infusionen erfordern regelmäßige MRT-Kontrollen, weil Hirnschwellungen und kleine Hirnblutungen auftreten können.
- Bewährte Mittel: Seit Jahren werden Wirkstoffe wie Donepezil eingesetzt, die die Beschwerden eine Zeit lang lindern. Auch der Ginkgo-Spezialextrakt EGb 761 ist in Deutschland bei Demenz zugelassen. Eine Auswertung von vier Studien mit 782 Patienten mit leichter Demenz fand 2025 mit 240 mg am Tag bessere Werte als mit Placebo, bei Denken, Alltag und Lebensqualität. Einer der Autoren arbeitet für den Hersteller. Mehr zu Ginkgo unter Ginkgo biloba.
Meine Bausteine und Alzheimer
- TPS (Transkranielle Pulsstimulation): Das Stoßwellengerät NEUROLITH ist seit 2018 für Alzheimer zugelassen, bei Parkinson wird es außerhalb der Zulassung eingesetzt. In der bisher wichtigsten Studie der Medizinischen Universität Wien (JAMA Network Open, Februar 2025) bekamen 60 Patienten die echte Behandlung und eine Scheinbehandlung im Wechsel. Insgesamt war der Unterschied beim Gedächtnistest nicht eindeutig. Bei Patienten bis 70 Jahre verbesserte sich das Gedächtnis aber deutlich, und im MRT waren Gedächtnisnetzwerke aktiver. Die Behandlung war sicher (JAMA Network Open). Ich gehe seit 2021 einmal im Monat zur TPS.
- Lithium und Dr. Michael Nehls: Der Arzt Dr. Michael Nehls beschäftigt sich seit Jahren mit Alzheimer und weist darauf hin, wie wichtig Lithium für das Gehirn ist. Im August 2025 zeigte die Harvard Medical School in Nature: Lithium im Gehirn sinkt schon sehr früh bei Alzheimer, weil die Amyloid-Ablagerungen es binden. Bei Mäusen verhinderte Lithiumorotat in sehr niedriger Dosis die typischen Veränderungen und den Gedächtnisverlust und machte sie sogar rückgängig. Beim Menschen ist das noch nicht geprüft (Harvard Gazette). Eine erste kleine Studie mit Lithiumorotat bei 40 Alzheimer-Patienten ist registriert und soll Ende 2026 beginnen. Eine Pilotstudie mit niedrig dosiertem Lithiumcarbonat bei 80 Menschen mit leichter kognitiver Störung (JAMA Neurology, März 2026) fand nach zwei Jahren einen langsameren Verlust des sprachlichen Gedächtnisses, der aber das strenge Ziel der Studie knapp verfehlte. Lithium war sicher. Ich nehme seit 2024 Lithiumorotat.
- NeuroEpo aus Kuba: Die größte Placebostudie mit NeuroEpo gab es nicht bei Parkinson, sondern bei Alzheimer. In der kubanischen ATHENEA-Studie (2023) bekamen 174 Patienten 48 Wochen lang dreimal pro Woche NeuroEpo oder ein Placebo als Nasenspray. Mit NeuroEpo besserten sich die Gedächtnistests leicht, mit Placebo wurden sie schlechter. In Kanada ist eine Studie mit 90 Alzheimer-Patienten registriert. Ich war 2022 und 2024 zur Behandlung mit NeuroEpo in Havanna.
- Licht mit 40 Hertz: Bei Alzheimer sind die Gamma-Wellen im Gehirn oft schwächer. In Tierversuchen verringerte eine Stimulation mit 40 Hertz die Ablagerungen. Die große amerikanische Studie mit dem Vielight Neuro Gamma bei Alzheimer ist laut ClinicalTrials.gov unterbrochen, Ergebnisse gibt es keine. Weiter ist die Firma Cognito mit Licht und Ton in 40 Hertz: In einer kleineren Studie verloren die Patienten im Alltag weniger Fähigkeiten und weniger Hirnvolumen als mit Scheinbehandlung, die große Zulassungsstudie läuft noch. Ich nutze den Vielight dreimal pro Woche im Gamma-Modus.
- Hyperbare Sauerstofftherapie: Forscher der Universität Tel Aviv konnten bei Alzheimer-Mäusen mit Sauerstoff unter Überdruck die Ablagerungen und die Entzündung um rund 40 Prozent senken. Beim Menschen gibt es nur kleine Studien. Ich habe eine eigene Druckkammer.
- Sauna: In einer finnischen Studie mit 2.315 Männern über rund 20 Jahre hatten Männer, die vier- bis siebenmal pro Woche in die Sauna gingen, ein etwa 65 Prozent geringeres Alzheimer-Risiko als Männer mit einem Saunagang pro Woche. Das ist ein Zusammenhang, kein Beweis. Ich nutze eine Infrarotsauna zu Hause, mehr unter Schlaf, Sauna und Kälte.
Was man selbst tun kann
Die Lancet-Kommission, eine große internationale Expertengruppe, kam 2024 zu dem Schluss, dass sich etwa 45 Prozent aller Demenzen verhindern oder hinauszögern ließen, wenn man 14 Risikofaktoren ausschalten würde:
- wenig Bildung, Schwerhörigkeit und unbehandelte Sehschwäche
- Bluthochdruck, hohes LDL-Cholesterin, Diabetes und Übergewicht
- Bewegungsmangel, Rauchen und zu viel Alkohol
- Depression und soziale Isolation
- Kopfverletzungen und Luftverschmutzung
Für mich ist Sport das wichtigste „Medikament“, bei Parkinson wie bei Alzheimer. Dazu kommen guter Schlaf, gute Blutwerte und viel Kontakt mit anderen Menschen.
Mein Fazit
Alzheimer und Parkinson sind enge Verwandte. Mehrere meiner Bausteine sind bei Alzheimer sogar besser untersucht als bei Parkinson, allen voran TPS, NeuroEpo und Lithium. Bewiesen ist aber auch hier vieles noch nicht. Wer betroffen ist, sollte zuerst eine gute Gedächtnisambulanz aufsuchen und weitere Schritte mit dem Arzt besprechen.