Weitere Methoden in Kürze

Was ich ausprobiert und wieder aufgegeben habe, oder was ich nur beobachte.

Stand: Oktober 2026

Weitere Methoden in Kürze
Bild: FBenjr123, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Nicht jede Methode verdient eine eigene Seite. Hier sammle ich, was ich ausprobiert und wieder aufgegeben habe, und Ansätze, die ich beobachte.

Rapamycin

Rapamycin (Sirolimus) unterdrückt das Immunsystem und gilt in der Longevity-Szene als Mittel gegen das Altern. In Mäusen verhinderte es Parkinson-Veränderungen. Ich habe es ab dem 22. März 2023 zeitweise in niedriger Dosis genommen (zunächst 5 mg pro Woche) und inzwischen abgesetzt. Die Studienlage ist uneinheitlich, und selbst der Longevity-Pionier Bryan Johnson hat es 2024 wegen Nebenwirkungen aufgegeben. Ich empfehle es ausdrücklich nicht, zumal es verschreibungspflichtig und teuer ist.

Rapamycin-Tabletten
Rapamycin-Tabletten

Broccoli Seed Tea

Tee aus Brokkolisamen, nach einem Rezept des Forschers und Parkinson-Patienten hinter The Patient Researcher. Ende 2022 berichteten Betroffene von deutlichen Verbesserungen bei Verstopfung, Müdigkeit und Gehirnnebel. Ich habe ihn ab März 2023 mehrere Monate getrunken. Er zielt eher auf Beschwerden, die ich nicht habe, und hat bei mir nichts bewirkt.

Zubereitung des Brokkolisamen-Tees
Zubereitung des Brokkolisamen-Tees

Chirotherapie und Osteopathie

Ab Dezember 2023 war ich bei Dr. Matthias Meier in Ulm in Behandlung (Impulse Health Management). Weil ich parallel andere Methoden begonnen habe, geriet das in den Hintergrund, und ich kann zur Wirkung nichts sagen. Studien, die eine Wirkung bei Parkinson belegen, gibt es nicht.

SRT Zeptor und Vibrationstraining

Im Spätsommer 2022 war ich einige Tage auf Safari in Afrika. Danach waren die Geschwindigkeitswerte meiner linken Hand so gut wie nie zuvor. Ich las, dass schon der Neurologe Charcot im 19. Jahrhundert beobachtete, wie holprige Zugfahrten Parkinson-Beschwerden linderten, und daraus einen Vibrationsstuhl entwickelte.

Im März 2023 kaufte ich eine einfache Vibrationsplatte, die nichts bewirkte, im Mai 2023 dann den SRT Zeptor. Dabei steht man auf einer Plattform, die in zufälligen Mustern vibriert (stochastische Resonanztherapie). In einer Studie der Universität Bonn mit 56 Patienten verbesserte sich das Gleichgewicht nach acht Tagen deutlich, bei Steifigkeit, Verlangsamung und Tremor war der Unterschied zur Scheinbehandlung nicht eindeutig.

Inzwischen habe ich Zweifel, ob er mir etwas bringt, und habe ihn lange nicht mehr benutzt. Für Menschen mit Gleichgewichtsproblemen und Sturzgefahr kann das Training aber sinnvoll sein. Ein eigenes Gerät braucht man nicht, viele Physiotherapiepraxen bieten es an.

Vibrationstraining auf dem SRT Zeptor
Vibrationstraining auf dem SRT Zeptor

Gesamtauswertung (Dezember 2025): Eine Meta-Analyse von 6 Studien mit 196 Patienten fand für Ganzkörpervibration keinen Vorteil bei UPDRS und Gehtempo, nur beim Gleichgewicht im Stand (Journal of Bodywork and Movement Therapies).

Vibrationshandschuh von Prof. Peter Tass

Prof. Peter Tass, ein deutscher Arzt und Physiker an der Stanford University, hat einen Handschuh entwickelt, der die Fingerspitzen in einem bestimmten Muster sanft vibrieren lässt (vibrotaktile koordinierte Reset-Stimulation, kurz vCR). Die Idee: Bei Parkinson feuern Nervenzellen-Gruppen im Gehirn krankhaft im Gleichtakt. Die versetzten Vibrationsreize an den Fingern sollen diesen Gleichtakt über die Nervenbahnen aufbrechen, und das Gehirn soll das krankhafte Muster mit der Zeit regelrecht verlernen. Deshalb gehören bewusste Pausen zur Behandlung, getragen wird der Handschuh meist einige Stunden am Tag.

Inzwischen gibt es Nachbauten. Ein Forschungsunternehmen aus Norddeutschland hat den Handschuh nach dem Prinzip von Prof. Tass nachgebaut und wird mir voraussichtlich bald ein Gerät zum Testen zur Verfügung stellen. Ich berichte hier, wie es mir damit geht. Informationen zur Forschung gibt es beim Tass Lab in Stanford.

Stand Oktober 2026: Eine Zulassung durch die FDA gibt es noch nicht. Die Studie in Stanford läuft bis 2027 (Parkinson's UK).

Schwermetallausleitung

Manche Ärzte vermuten, dass Schwermetalle wie Quecksilber, Blei oder Aluminium bei Krankheiten wie Parkinson eine Rolle spielen und dass man sie gezielt aus dem Körper ausleiten sollte. Wissenschaftlich belegt ist eine Wirkung auf Parkinson nicht, und manche Ausleitungsmittel haben selbst Nebenwirkungen. Meine eigenen Schwermetalltests stehen unter Weitere Untersuchungen.

Ich hatte bereits eine Videosprechstunde mit Dr. Leonie Nahberger von der Detox Klinik in Lübeck, die zusammen mit Dr. Joachim Mutter auf Ursachentherapie und Schwermetallausleitung spezialisiert ist. Demnächst beginne ich mit der Entgiftung. Auf Schwermetalle habe ich mich schon mehrfach testen lassen, unter anderem mit Haaranalysen und über Blut- und Urinwerte bei Dr. Guschlbauer. Vor der Behandlung werde ich bei Dr. Nahberger voraussichtlich noch einmal aktuelle Tests machen. Ich berichte hier.

Neu (März 2026): Eine Meta-Analyse von 4 Studien mit 567 Patienten zum Eisen-Ausleitungsmittel Deferipron fand keine Besserung der Beweglichkeit, höhere Dosen gingen sogar mit schlechteren Werten einher (Neurological Sciences). Das betrifft Eisen, nicht Quecksilber oder Blei, ist aber der beste kontrollierte Beleg gegen Ausleitung bei Parkinson.

Handflächenkühlung

Das „Palm Cooling“ oder „Alpha Cooling“ habe ich ausprobiert, allerdings ohne Wirkung.

Geprüft und verworfen

Mir werden immer wieder Mittel empfohlen, die angeblich bei Parkinson helfen. Diese habe ich mir genauer angesehen und mich dagegen entschieden:

Mein Rat: Frag bei jedem neuen Mittel, wer die Studie bezahlt hat und ob es eine Vergleichsgruppe gab. Das sagt oft mehr als die Werbung.

Peptide, Juli 2026: Ein Beratungsausschuss der FDA stimmte knapp dafür, dass Apotheken in den USA BPC-157, MOTS-c, Semax und einige weitere Peptide künftig herstellen dürfen. Das ist keine Zulassung als Medikament, und die eigenen Fachleute der FDA halten die Daten für zu dünn. Stand Oktober 2026 hat die FDA nicht entschieden, vor einer Freigabe wäre noch ein formelles Verfahren nötig (AJMC).